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35 Marken, 420 Fragen: Wen die KI deutschen Käufern empfiehlt

Zwischen dem 30. August und dem 9. September 2026 haben wir 35 Marken gegen vier KI-Systeme gemessen. Neun davon werden von keinem einzigen genannt. Hier stehen die Zahlen und die Methode, damit Sie beides nachprüfen können.

Warum wir das gemessen haben

Über KI-Sichtbarkeit wird viel behauptet und wenig gezählt. Am 8. September haben wir zwanzig deutsche Anbieter dieser Leistung angesehen: Bei achtzehn erreichbaren Seiten steht nirgends, gegen welche Systeme sie messen, mit wie vielen Fragen und ob es Rohdaten gibt. Also haben wir selbst gemessen und legen offen, wie.

Die Methode

Gefragt wurden vier Systeme, jedes mit Web-Suche: ChatGPT (GPT-5.5), Perplexity (Sonar Pro), Google Gemini (3.5 Flash) und Claude (Sonnet 5). Je Marke drei Fragen auf Deutsch, wie ein Käufer sie stellt. Der Wortlaut einer davon, an das System gerichtet und deshalb in dessen Anrede:

Welche Anbieter oder Marken für Saugroboter kannst du empfehlen? Nenne fünf bis acht konkrete Namen.

Jede Frage lief in einer frischen Sitzung, ohne Verlauf und ohne Vorgeschichte, damit kein früherer Austausch das Ergebnis färbt. Gezählt wurde, ob der Markenname in der Antwort steht. Macht 35 × 4 × 3 = 420 Abfragen.

Nicht gefragt haben wir nach der Marke selbst. Wer ein System fragt „Kennst du Marke X", bekommt fast immer ein Ja, und lernt daraus nichts. Die Frage, die zählt, ist die des Käufers, der die Marke noch nicht kennt.

Das Ergebnis

Die Marke wird genannt vonMarkenAnteil
allen vier Systemen1440 %
drei von vier617 %
zwei von vier13 %
einem von vier514 %
keinem einzigen926 %

57 Prozent der Marken werden von mindestens drei der vier Systeme genannt. Die Vorstellung, KI-Systeme kennten die meisten Marken nicht, stimmt so nicht. Umgekehrt bleibt aber ein Viertel vollständig unsichtbar, obwohl in Deutschland nach diesen Marken monatlich Hunderte bis Tausende Male gesucht wird.

Was die Sichtbarkeit nicht erklärt: die Größe

Unsere Vermutung war, dass kleinere und spezialisierte Marken häufiger fehlen. Wir haben sie geprüft und sie war falsch.

In einer zweiten Runde haben wir gezielt Marken mit 1.000 bis 5.000 monatlichen Suchen gemessen, alle mit eigenem Onlineshop und ohne Präsenz im stationären Handel. Von sieben wurden fünf von allen vier Systemen genannt. Die Trefferquote war damit schlechter als in der ersten Runde mit den größeren Marken.

Was stattdessen zusammenpasst: Die neun unsichtbaren Marken haben fast alle keine eigenständige deutsche Präsenz. Kein deutscher Ableger, kein Ansprechpartner im Impressum, oft nur ein Amazon-Store und ein eBay-Shop. Damit fehlen die deutschen Quellen, aus denen die Systeme ihre Antworten bauen: Fachhändlerseiten, Ratgeber, Tests, Presse. Wer dort nicht vorkommt, kommt auch in der Antwort nicht vor.

Stimmt, was die Systeme sagen?

Naheliegender Verdacht: Wer genannt wird, wird vielleicht falsch beschrieben. Wir haben in den Antworten alle Modellbezeichnungen gesucht, die direkt hinter dem Markennamen stehen, und sie gegen die Herstellerseite geprüft.

Von 20 prüfbaren Modellnennungen waren 17 auf der Herstellerseite auffindbar. Die drei übrigen sind bekannte Auslaufmodelle, die es gab, die aber nicht mehr im aktuellen Sortiment stehen. Erfundene Produkte haben wir keine gefunden.

Auffälliger ist etwas anderes: Elf der genannten Marken werden ganz ohne Produktangabe empfohlen. Der Name fällt, mehr nicht. Wer hier Modelle, Preise oder Eigenschaften belegt platziert bekommt, hat gegenüber einer bloßen Namensnennung einen Vorsprung.

Unsere eigene Marke steht in denselben Daten

Wir haben uns mit derselben Methode gemessen. Auf die Frage nach KI-Marketing-Agenturen in Deutschland nennt uns eines von vier Systemen. Fragt man nach dem vollen Firmennamen, ist es keines.

Das steht hier, weil eine Messung, die nur bei anderen streng ist, nichts wert ist. Wir verkaufen keine Sichtbarkeit, die wir selbst nicht haben. Wir verkaufen die Messung.

Was diese Zahlen nicht sagen. 35 Marken sind eine Stichprobe, keine Marktstudie. Die Auswahl entstand aus unserer Arbeit und ist nicht repräsentativ: Sie enthält überwiegend Marken aus Asien mit deutschem Onlinevertrieb, keine Dienstleister und keine lokalen Betriebe. KI-Antworten schwanken zudem von Tag zu Tag. Und „auf der Herstellerseite nicht gefunden" beweist keinen Fehler, sondern nur, dass wir es dort nicht gefunden haben. Wer belastbarere Zahlen braucht, braucht mehr Marken und mehrere Messtage.

Was eine Marke daraus mitnehmen kann

Fragen Sie die vier Systeme selbst, mit der Kaufabsichtsfrage aus Ihrer Kategorie, in einer frischen Sitzung ohne Verlauf. Das dauert zehn Minuten und kostet nichts. Steht Ihr Name nicht in der Antwort, liegt es selten am Produkt und meist daran, dass es auf Deutsch zu wenig über Sie zu lesen gibt.

Wenn Sie es nicht selbst machen wollen, machen wir es: vier Systeme, drei Fragen, Bericht plus Rohdatei mit jeder Antwort im Wortlaut. Preis und Umfang stehen offen auf der Bestellseite.

Messzeitraum 30.08. bis 09.09.2026 · 35 Marken · 420 Abfragen · vier Systeme mit Web-Suche · Erhebung und Auswertung: Merlin Krischnah Media UG, Mainz. Wir verkaufen solche Messungen.