Empfiehlt ChatGPT Ihre Marke? So prüfen Sie es selbst in 15 Minuten
Immer mehr Kaufentscheidungen beginnen nicht mehr bei Google, sondern mit einer Frage an ChatGPT oder Perplexity: „Welche Anbieter für X kannst du empfehlen?“ Wer dort nicht vorkommt, existiert für diesen Interessenten nicht — unabhängig davon, wie gut die eigene Website ist.
Die gute Nachricht: Sie brauchen weder ein Abo noch eine Agentur, um herauszufinden, wo Sie stehen. Sie brauchen 15 Minuten und die Bereitschaft, das Ergebnis auszuhalten.
Die drei Fragen
Öffnen Sie ChatGPT und Perplexity. Wichtig: in einem neuen Chat ohne Verlauf — sonst antwortet das System auf Basis dessen, was es über Sie schon weiß, und Sie messen Ihren eigenen Verlauf statt der Realität.
Frage 1 — die Empfehlungsfrage. Formulieren Sie sie so, wie ein Kunde sie stellen würde, der Sie noch nicht kennt:
„Welche Anbieter für [Ihre Leistung] in [Ihrer Region] kannst du empfehlen? Nenne 5–8 konkrete Namen.“
Kommt Ihr Unternehmen vor? An welcher Stelle? Wer wird stattdessen genannt?
Frage 2 — die Kennen-Sie-uns-Frage.
„Was weißt du über [Ihr Firmenname]? Antworte in zwei bis drei Sätzen. Wenn du das Unternehmen nicht kennst, sag das ehrlich.“
Diese Frage trennt zwei sehr verschiedene Probleme: Kennt das System Sie gar nicht, oder kennt es Sie und empfiehlt Sie trotzdem nicht?
Frage 3 — die Verwechslungsprobe.
„Gibt es mehrere Unternehmen mit dem Namen [Ihr Firmenname]? Welche?“
Bei generischen Namen ist das der wichtigste Test. Wenn drei Firmen ähnlich heißen, landet Ihre Reputation womöglich bei einer anderen.
Was die Antworten bedeuten
Sie werden nicht genannt und nicht gekannt. Der häufigste Fall bei kleineren Unternehmen. Es fehlt schlicht deutschsprachiges Material, aus dem ein KI-System etwas über Sie ableiten könnte. Ihre Website allein reicht dafür meist nicht — Selbstauskunft wiegt weniger als Beschreibungen durch Dritte.
Sie werden gekannt, aber nicht empfohlen. Interessanter Fall: Substanz ist da, aber sie ist nicht mit den Fragen verknüpft, die Käufer stellen. Meist fehlen Inhalte, die konkrete Probleme beantworten, statt Leistungen aufzuzählen.
Sie werden genannt. Glückwunsch — und jetzt die unbequeme Frage: Worauf beruht das? Wenn Ihre Nennung auf zwei, drei Fremdquellen steht, ist sie schnell wieder weg, sobald ein Wettbewerber systematisch nachlegt.
Sie werden verwechselt. Dann ist Ihr erstes Problem nicht Sichtbarkeit, sondern Eindeutigkeit: konsistenter Name über alle Kanäle, saubere Firmierung, strukturierte Daten.
Drei Fehler, die die Messung wertlos machen
Wir haben diese Prüfung inzwischen für viele Marken gemacht — und dabei selbst Fehler gemacht, die wir Ihnen ersparen können.
1. Einmal fragen ist keine Messung. KI-Antworten schwanken zwischen Durchläufen. Stellen Sie jede Frage zwei- bis dreimal, an verschiedenen Tagen. Ein einzelner Lauf zeigt eine Tendenz, keinen Zustand. Was passiert, wenn man sich auf ein einziges System verlässt, haben wir an uns selbst erlebt: zwei fertige Mails mussten gestoppt werden, weil eine zweite Engine uns widerlegte.
2. Ein Fehler ist kein Befund. Wenn eine Abfrage abbricht, in einer Fehlermeldung endet oder eine leere Antwort liefert, ist das kein Beleg dafür, dass Sie unsichtbar sind. Es ist gar kein Beleg. Notieren Sie den Fehler als Fehler — sonst verkaufen Sie sich selbst Blindheit als Ergebnis.
3. Prüfen Sie, was Sie zu prüfen glauben. Der teuerste Fehler ist der, bei dem die Messung technisch funktioniert und trotzdem das Falsche misst. Ein Beispiel aus unserer eigenen Arbeit: Ein Prüfwerkzeug von uns meldete für mehrere Marken „keine deutsche Website“ — und lag falsch. Die deutschen Seiten lagen auf Subdomains, unser Werkzeug hatte nur die Hauptdomain betrachtet. Wir haben das korrigiert und die betroffenen Aussagen zurückgezogen. Die Lehre gilt für jede Selbstmessung: Fragen Sie sich bei jedem Befund, ob Ihre Methode ihn überhaupt hätte widerlegen können. Wenn nicht, haben Sie nichts gemessen.
Wo KI-Systeme ihre Empfehlungen hernehmen
Die kurze Antwort: aus Inhalten, nicht aus Werbebudgets. Konkret zählen vor allem
- deutschsprachige Fachinhalte, die echte Fragen beantworten — nicht Leistungsübersichten
- Erwähnungen durch Dritte: Fachmedien, Branchenverzeichnisse, Foren, Vergleichsseiten
- maschinenlesbare Eindeutigkeit: konsistente Namen, strukturierte Daten, ein sauberes Impressum
- technische Zugänglichkeit: Wer KI-Crawler in der
robots.txtaussperrt, ist für diese Systeme unsichtbar — häufiger, als man denkt, und meist unbeabsichtigt
Das ist der Grund, warum kleine Anbieter hier reelle Chancen haben: Reichweite lässt sich kaufen, Zitierfähigkeit nicht.
Was Sie mit dem Ergebnis anfangen
Wenn die Prüfung zeigt, dass Sie nicht vorkommen, ist der erste Schritt selten „mehr Marketing“. Er ist meistens: drei bis fünf Inhalte schreiben, die exakt die Fragen beantworten, die Ihre Käufer stellen — in der Sprache Ihres Marktes, mit belegten Angaben. Dann in acht bis zwölf Wochen erneut messen, mit denselben Fragen.
Wichtig ist die Erwartung: Das ist Bestandsaufbau, kein Schalter. Wer Ihnen verspricht, Sie in vier Wochen in ChatGPT-Empfehlungen zu bringen, verspricht etwas, das niemand kontrolliert. Wir tun das ausdrücklich nicht — was wir zusagen, sind Lieferung und ehrliche Messung.
Kurz zusammengefasst
- Drei Fragen in einem frischen Chat zeigen in 15 Minuten, wo Sie in KI-Antworten stehen.
- Unterscheiden Sie: nicht gekannt, gekannt aber nicht empfohlen, oder verwechselt — das sind drei verschiedene Probleme mit drei verschiedenen Lösungen.
- Messen Sie mehrfach, behandeln Sie Fehler als Fehler, und prüfen Sie, ob Ihre Methode Ihren Befund überhaupt widerlegen könnte.
- KI-Systeme empfehlen nach Inhalten, nicht nach Budget — das ist die Chance für kleinere Anbieter.
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Wenn Sie die Prüfung gemacht haben und das Ergebnis einordnen möchten: Schreiben Sie uns. Wir arbeiten schriftlich — Sie bekommen jede Einschätzung schwarz auf weiß, ohne Termin und ohne Verkaufsgespräch.