Wann sich KI-Sichtbarkeit rechnet und wann nicht
Auf Ihrem Tisch liegt ein Angebot für KI-Sichtbarkeit, je nach Anbieter GEO, AEO oder Answer Engine Optimization genannt. Der Preis steht selten dabei, die Methode noch seltener. Sie sollen entscheiden, ob Ihr Unternehmen Geld in ein Feld steckt, das es vor zwei Jahren nicht gab, und Sie haben keinen Maßstab dafür.
Diese Entscheidung lässt sich vorbereiten. Nicht mit einer Meinung darüber, wohin die Suche geht, sondern mit einer Messung an Ihrer eigenen Marke. Was so eine Messung zeigt und was sie nicht entscheidet, steht hier.
Die Zahl, um die es geht
Zwischen dem 27. und 30. August 2026 haben wir neun Marken durch bis zu vier KI-Systeme mit Live-Websuche geschickt: ChatGPT, Perplexity, Google Gemini und Claude. Jedes System bekam dieselben drei Fragen. Zwei fragen nach Empfehlungen in der Produktkategorie, ohne die Marke zu nennen. Die dritte fragt direkt nach der Marke. Zusammen 32 Messungen.
Auf die direkte Frage kannte jedes System jede Marke, also 32 von 32.
Bei den Empfehlungsfragen waren es 9 von 32. Fünf der neun Marken wurden von mindestens einem System von sich aus genannt. Vier kamen in keiner einzigen Empfehlung vor, obwohl jedes System auf Nachfrage wusste, wer sie sind. Eine dieser vier hat in Deutschland mehr als 18.000 Suchanfragen im Monat.
Bekannt sein und empfohlen werden sind zwei verschiedene Zustände. Der erste kostet nichts und bringt nichts. Der zweite entscheidet, ob ein Käufer Sie überhaupt auf die Liste bekommt.
Woran es liegt, wenn Sie nicht empfohlen werden
Ein KI-System mit Websuche baut seine Empfehlung aus dem, was es an deutschsprachigen Texten findet. Vergleiche, Tests, Ratgeber, Fachbeiträge. Die Marken, die in diesen Texten stehen, tauchen in der Antwort auf. Die anderen nicht.
Das erklärt eine Beobachtung, die zuerst unlogisch aussieht: Große Marken mit viel Werbebudget fehlen in Empfehlungen, kleine Anbieter mit drei Testberichten stehen drin. Werbung erzeugt Nachfrage, keine Quellenlage. Ein KI-System liest keine Anzeigen.
Für Sie folgt daraus eine Frage, die vor jedem Budget kommt: Gibt es in Ihrer Kategorie überhaupt deutschsprachige Vergleiche? In manchen Feldern schreiben Fachredaktionen, Foren und Ratgeberseiten laufend darüber, wer was taugt. In anderen schreibt niemand. Im zweiten Fall wird auch Ihr Wettbewerber nicht empfohlen, und die ganze Disziplin ist für Sie im Moment ohne Wert.
Wann es sich lohnt
Nach unseren Messungen tragen vier Bedingungen. Erfüllen Sie alle vier, ist eine Messung der günstigste erste Schritt, den Sie tun können.
Ihre Käufer vergleichen vor dem Kauf. Bei Anschaffungen ab einigen hundert Euro tun sie das fast immer, bei Software und Dienstleistungen ebenso.
Sie verkaufen überregional. Wer nur in einer Stadt gesucht wird, bekommt seine Kunden über Google Maps und Empfehlungen, nicht über eine bundesweite Antwort.
In Ihrer Kategorie gibt es deutschsprachige Vergleiche. Prüfen Sie das in zehn Minuten: Suchen Sie nach Ihrer Kategorie plus „Test“ oder „Vergleich“. Finden Sie Fachartikel, ist die Quellenlage da. Finden Sie nur Shops, fehlt sie.
Ihr Markenname ist eindeutig. Heißt Ihre Firma wie zwanzig andere, misst jedes Werkzeug Namensvettern mit, und Sie zahlen für eine Zahl, die niemandem gehört. Das ist uns selbst passiert, nachzulesen im Beispielbericht.
Wann Sie das Geld woanders brauchen
Sie verkaufen im Umkreis von dreißig Kilometern. Dann arbeiten Öffnungszeiten, Bewertungen und ein gepflegtes Google-Profil härter als jede KI-Antwort.
Ihre Kategorie ist zu klein für Vergleiche. Ohne Texte, aus denen ein System schöpfen kann, entsteht auch keine Empfehlung. Hier hilft nur, die Texte selbst zu schaffen, und das ist ein Content-Projekt über Monate, keine Sichtbarkeitsmessung.
Sie haben keine deutschsprachige Website. Ein System, das deutsche Käufer bedient, greift auf deutsche Quellen zu. Ohne eigene deutsche Seite fehlt der Anker, an dem alles Weitere hängt.
Sie wollen nach der Messung nichts ändern. Eine Zahl ohne Folgemaßnahme ist eine Zahl. Dann sparen Sie sich den Schritt und kommen wieder, wenn Budget für die Umsetzung da ist.
Der Kostenunterschied, den kaum jemand ausspricht
Messen ist billig und dauert Tage. Die Arbeit danach ist teuer und dauert Monate. Zwischen beidem liegt der Faktor, um den es bei dieser Entscheidung geht.
Wer die Reihenfolge umdreht und zuerst Inhalte produziert, zahlt für Vermutungen. Nach einem halben Jahr steht die Frage im Raum, ob es gewirkt hat, und niemand hat einen Ausgangswert. Aus dieser Lage kommen Sie nicht mehr heraus, weil sich der Zustand von vorher nicht rückwirkend messen lässt.
Deshalb gehört die Messung an den Anfang, auch wenn sie unspektakulär ist. Sie kostet einen kleinen Betrag, sie datiert Ihren Ausgangspunkt, und sie sagt Ihnen in vielen Fällen, dass Sie nichts tun müssen.
Wie schnell das Feld besetzt wird
Am 3. September 2026 haben wir 20 Anbieter geprüft, die in deutschen Suchergebnissen für KI-Sichtbarkeit auftauchen. Vier nennen einen Preis. Einer legt seine Messmethode offen. Einer gibt Rohdaten heraus. Keiner alles drei.
Am 5. September haben wir 18 deutschsprachige SEO-Agenturen angesehen, die keinen Schwerpunkt auf KI-Suche haben. Drei bewerben das Thema inzwischen selbst, mit eigener Leistungsseite. Das ist rund jede sechste.
Beide Zahlen zusammen ergeben ein Bild: Der Markt entsteht gerade, die Angebote sind noch selten nachprüfbar, und die Zahl der Anbieter steigt. Für Sie als Käufer heißt das, dass Sie in den nächsten Monaten mehr Auswahl und mehr Behauptungen bekommen. Die Prüffragen dafür haben wir aufgeschrieben.
Was Sie diese Woche tun können, ohne einen Euro auszugeben
Öffnen Sie ChatGPT oder Perplexity und stellen Sie zwei Fragen. Erstens: „Welche Anbieter für [Ihre Kategorie] kannst du empfehlen? Nenne 5 bis 8 konkrete Namen.“ Zweitens dieselbe Frage in anderer Formulierung, etwa nach seriösen und bekannten Firmen.
Notieren Sie, ob Ihr Name fällt und an welcher Stelle. Fragen Sie nicht nach Ihrer Marke selbst, das verfälscht das Ergebnis. Wiederholen Sie das an einem zweiten Tag. Die Antworten schwanken.
Danach wissen Sie, ob Sie ein Problem haben. Ob es sich lohnt, es zu lösen, entscheiden die vier Bedingungen weiter oben.
Was diese Zahlen nicht sagen
Neun Marken sind eine kleine Stichprobe. Wir haben sie in Kategorien gemessen, in denen deutsche Käufer vergleichen, und die Ergebnisse gelten für diese Art von Kategorie. Für Nischen ohne Vergleichsinhalte, für den lokalen Markt und für den Handel zwischen Unternehmen haben wir keine eigenen Messungen.
KI-Antworten schwanken außerdem von Tag zu Tag. Wir haben dieselbe Frage an einem Tag zweimal gestellt und zwei verschiedene Antworten bekommen, im Abstand von zweieinhalb Stunden. Eine Messung ist deshalb eine datierte Momentaufnahme. Wer eine Veränderung belegen will, braucht dieselbe Frage über mehrere Monate.
Und eine Warnung in eigener Sache: Wir verkaufen solche Messungen. Alles, was oben steht, können Sie ohne uns nachprüfen, und die beiden Fragen im vorigen Abschnitt kosten Sie nichts. Nehmen Sie den Text als das, was er ist.
Passt dazu
Wenn die vier Bedingungen bei Ihnen zutreffen.
Das Audit kostet 390 € zzgl. USt. und dauert fünf Werktage ab Zahlungseingang. Sie bekommen jede Antwort im Wortlaut, den Vergleich mit Ihren Wettbewerbern und eine Nachmessung nach 30 Tagen. Treffen die Bedingungen nicht zu, sagen wir Ihnen das vor der Rechnung.